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07.07.2026

Awai

Mai Blum

Awai

PARK von Sekisaka - ein Objekt aus dem Dazwischen

Es gibt diesen Moment, kurz nach dem Nachhausekommen. Die Schlüssel in der einen Hand, die Brille in der anderen, das Portemonnaie irgendwo dazwischen. Man legt alles ab, auf die Kommode, den Küchentisch, das Fensterbrett. Und am nächsten Morgen sucht man wieder.

PARK ist für genau diesen Moment gemacht. Aber das ist erst die halbe Geschichte.

Echizen, und ein Wort namens Awai

PARK kommt aus Echizen, aus dem Bezirk Kawada bei Sabae in der Präfektur Fukui. Wer sich mit Urushi beschäftigt - mit japanischem Lack -, landet früher oder später hier. Seit über dreihundert Jahren wird in dieser Gegend lackiert.

Hergestellt wird PARK von Sekisaka, einem Familienbetrieb, den heute die zwölfte Generation führt. Tatsuhiro Sekisaka, der jetzige Kopf, hat nicht den direkten Weg in die Werkstatt genommen. Er hat in den Niederlanden studiert, an der Design Academy Eindhoven, und ist erst danach ins Familiengeschäft zurückgekehrt. Diese doppelte Perspektive, europäische Designschule auf der einen Seite, dreihundert Jahre Lacktradition auf der anderen, steckt in allem, was Sekisaka heute macht. Lackware, aber neu gedacht.

Und dann ist da dieses eine Wort: Awai. Es meint den Zwischenraum. Das Dazwischen. Den Ort, an dem etwas noch nicht das eine und nicht mehr das andere ist.

Zwei Arten von Dazwischen

Der Designer Akihiro Kumagai hat PARK aus zwei Awai heraus entworfen.

Das erste liegt im Echizen-Lack selbst. Diese Region kennt keine strenge Grenze zwischen Handwerk und Maschine - vom von Hand gestrichenen Urushi bis zur gesprühten Beschichtung, vom Holzkern bis zur Form aus Kunststoff existiert alles nebeneinander. Genau diese Offenheit, diese Bereitschaft, mit der Zeit zu gehen, ohne die Wurzel zu verlieren, hat das Echizen-Handwerk über die Jahrhunderte getragen.

Das zweite liegt im Objekt. Ein Teller, eine Schale, ein Tablett - im Grunde sind das alles nur Abstufungen von Tiefe. PARK entscheidet sich bewusst für keine davon. Die Form ist eine flache Halfpipe, angelehnt an die weichen Unterteilungen eines Anrichtetellers. Eine ruhige, gebogene Fläche, auf der die Lackierung besonders schön zur Geltung kommt.

Und die Oberfläche will man anfassen. Die matte, leicht raue Textur des Trockenlacks spürt man nur mit den Fingern - im Bild verschwindet sie fast. Erst in der Hand wird sie zum eigentlichen Charakter des Objekts.

Ein fester Ort für die kleinen Dinge

Weil PARK sich nicht festlegt, lässt es sich überall im Alltag ansiedeln. Auf dem Schreibtisch fängt es auf, was sich sonst verstreut - Stifte, die Brille, ein Radiergummi. Im Eingang wird es zu dem festen Ort, den Schlüssel und Uhr sonst nie haben. Vier ruhige, gedeckte Farben stehen zur Wahl, nichts davon drängt sich in einen Raum.

Für den Esstisch gibt es eine eigene Antwort: PARK aus Porzellan, in Weiss. Nur diese Version ist lebensmittelecht als flache Schale, als Teller für Gebäck. Dieselbe Form, zweimal gedacht: einmal in Lack, einmal in Porzellan. Auch das ist ein Awai.

Genau so ein Objekt ist PARK. Und genau deshalb steht es bei MALEY.


PARK von Sekisaka, entworfen von Akihiro Kumagai, gefertigt in Echizen (Fukui, Japan). Erhältlich bei MALEY, Zurlindenstrasse 57, 8003 Zürich.